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Die Flächenvorsorge, als Grundlage zur Vermeidung von Hochwasserschäden kann die Art und das Maß der baulichen Nutzung steuern. Die Schaffung von Raum für den Fluss, also die konsequente Freihaltung der Überschwemmungsgebiete von Bebauung stellt die wirksamste Maßnahme zur Begrenzung von Hochwasserschäden dar.
Die Vermeidung von Bebauung stellt keine Einschränkung von jeglicher Nutzung dar.
Durch Bauvorsorge und Objektschutzmaßnahmen können Gebäude Überflutungen schadlos überstehen. Eine hochwasserangepasste Gebäudenutzung und –ausstattung oder Maßnahmen der Abdichtung, Verstärkung und Abschirmung minimieren die Schäden.
Fragen die sie sich vor dem Hochwasserereignis stellen könnten:
Das bei höheren Wasserständen ebenfalls steigende Grundwasser gefährdet selbst weiter vom Rhein entfernte, tiefliegende Stadtteile.Auch bei Rückgang des Hochwassers ist aufgrund des noch steigenden Grundwassers eine Überflutungsgefahr gegeben.Kontrollieren Sie deshalb öfter Ihre Kellerräume und treffen Sie Vorsorgemaßnahmen.
Keller, Garagen und tiefer liegende Räume sollten Sie früh genug räumen. Am besten von vorneherein so, dass nicht mehrmals das gleiche Mobiliar in die Hand genommen werden muss. Im Bedarfsfall ist professionelle Hilfe von Speditionen zu organisieren.
Die Feuerwehr kann nur in Ausnahmefällen helfen! Ihre Eigenleistung sollte auch während der Hochwasserperiode fortgesetzt werden. Nehmen Sie erforderlichenfalls Urlaub und verlassen Sie sich nicht auf andere. Helfen Sie auch Ihren Nachbarn!
Die Feuerwehr stellt während der Hochwasserphase grundsätzlich keine Pumpen zur Verfügung um eindringendes Wasser aus Kellern und sonstigen Räumen abzupumpen. Wenn Sie selber pumpen, bedenken Sie bitte, dass stark unterschiedliche Druckverhältnisse zum Eindrücken von Kellerböden und Wänden führen können. Sprechen Sie sich mit Ihren Nachbarn ab!
Schützen Sie Ihre Heizungsanlage. Schalten Sie Brenner, Thermen usw. rechtzeitig ab, damit diese im abgekühlten Zustand ausgebaut werden können. Denken Sie daran: Die örtlichen Heizungsinstallateure haben bei drohendem Hochwasser viel zu tun. Vergessen Sie bei Gasheizungen nicht die Gasventile zu schließen.
Sichern Sie Ihre Öltanks und Anschlussleitungen durch eine fachgerechte Befestigung (z. B. Verankerung) gegen Auftrieb. Zusätzlich können Sie, um den Druck bei steigendem Hochwasser zu reduzieren, Ihre Tanks rechtzeitig vollständig auffüllen lassen. Entfernen Sie Behälter mit Altöl, Chemikalien, Farben, Lacken, Wasch- und Reinigungsmitteln aus hochwassergefährdeten Räumen. Öl und andere wassergefährdende Stoffe verschmutzen nicht nur das Wasser und Ihre Räume, sondern auch die Umgebung und die Umwelt. Sollten trotz aller Sicherungen umweltgefährdende Stoffe austreten, verständigen Sie umgehend die Feuerwehr. Jede Zeitverzögerung verschlimmert den Schaden um ein Vielfaches.
Wasserdruck und Auftrieb
Bei höheren Wasserständen steigt das Grundwasser über das Niveau der Gründungssohle. Dabei entstehen Wasserdruck und Auftriebskräfte am Gebäude. Wasserdichte Gebäude mit wenigen Geschossen haben normalerweise nicht das gegen Auftrieb erforderliche Eigengewicht.
Maßnahmen gegen den Auftrieb
Um das Gewicht des Hauses zu erhöhen, ist das Fluten der Kellerräume ein kurzfristiges Mittel. Weiterhin wird der Duck auf die Seitenwände dadurch ausgeglichen. Eine Flutung mit sauberem Wasser kann Folgeschäden verringern.
Im Hochwasserfall steigt der Wasserspiegel im Kanalnetz an, weil die Kanäle bei Überlastung durch große Regen- und Grundwassermengen (bei undichten Kanälen) oder durch den hohen Wasserstand des Vorfluters zurück gestaut werden. Dieser Anstieg des Wasserspiegels im Kanalnetz setzt sich durch die Abflussleitungen und Hausanschlüsse bis ggf. ins Gebäudeinnere fort. Liegen keine Sicherungseinrichtungen, wie z.B. Rückstauklappen oder Abwasserhebeanlagen vor, steigt der Wasserspiegel im Leitungsnetz des betreffenden Gebäudes bis zur Höhe des Wasserspiegels im Kanalnetz an. Dies kann zu Wasseraustritten aus den Sanitäranlagen o.ä. im Gebäude führen.

Schwarze Wanne / Innendichtung
Bei wasserdurchlässigen Bodenarten wie Sand oder Kies ist im Hochwasserfall mit einem Ansteigen des Grundwasserspiegels zu rechnen. In Flussnähe kann vereinfacht angenommen werden, dass der Grundwasserspiegel=Hochwasserstand ist. Die nachfolgenden Animationen zeigen Möglichkeiten zum Abdichten eines Gebäudes.
Schwarze Wanne / Außendichtung
Als schwarze Wanne bezeichnet man eine allseitig umschlossene Abdichtung der betroffenen Gebäudebereiche. Diese Abdichtung wird im Regelfall mit Bitumen oder Kunststoffbahnen als Außendichtung ausgeführt.Technisch weitaus schwieriger und teurer ist es, eine solche Dichtung auf den Innenseiten des Gebäudes anzubringen. Hier wird ein zusätzlicher Innentrog erforderlich, um die auf die Dichtung wirkenden Wasserdrücke statisch abzufangen. Eine Innendichtung gegen drückendes Wasser sollte daher nur in Einzelfällen bei nachträglichen Ertüchtigungen von Altbauten zur Anwendung kommen.
Weisse Wanne
Als "Weiße Wanne" bezeichnet man die Ausbildung der Außenwände und der Bodenplatte als geschlossene Wanne aus wasserundurchlässigem Beton. Zusätzliche Dichtungsbahnen sind nicht erforderlich.Unabhängig von der Art der Abdichtung sind Bauwerkssohle und -wände auf die zu erwartenden Beanspruchungen aus Wasserdruck zu bemessen. Für die Bauwerkssohle aus Stahlbeton bedeutet dies im Allgemeinen den Einbau einer zusätzlichen oberen Bewehrungslage.