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Das heutige Entwässerungssystem in Köln hat eine lange Geschichte. Vergleicht man die Entwässerungsstrukturen im Verlauf von mehr als 1900 Jahren Kölner Stadtentwässerung, so finden sich zahlreiche Parallelen zwischen dem modernen System, das Ende des 19. Jahrhunderts aufgebaut wurde, und dem der Antike. Bereits zu römischer Zeit gab es in Köln ein sehr gut entwickeltes Entwässerungsnetz. Zahlreiche Bauwerke belegen dies. Der Hauptsammler in der Budengasse ist das am besten erhaltene Monument römischer Kanalisation.
Der Beginn der modernen Stadtentwässerung erfolgte in Köln gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit hatte ein übergreifendes Konzept der Stadtentwässerung gefehlt, daher waren viele der planvollen Anlagen aus früheren Tagen in Vergessenheit geraten. Der Aufschwung Ende des 19. Jahrhunderts steht in einem engen Zusammenhang mit dem Namen Carl Steuernagel. Steuernagel, der später geheimer Baurat und Stadtbaurat werden sollte, war seit Anfang des Jahres 1881 verantwortlicher Planer in Köln. Mit sehr viel Weitblick hatte er die Chance erkannt, auf Basis römischer Funde die Erforschung der antiken Stadt voranzutreiben und ein neues System der Kölner Stadtentwässerung zu entwickeln. Das damals entwickelte System hat in seinen Grundzügen bis heute Bestand.

Denkmalgeschütztes Regenüberlaufbauwerk "Kronleuchtersaal"
Die Kanalisierung der Vororte
In den Jahren nach der Jahrhundertwende wurde die Kanalisierung der Vororte vorangetrieben. Im Jahr 1905 wurde in Köln-Niehl das erste mechanische Klärwerk in Betrieb genommen. Die Alt- und Neustadt sowie die Stadtteile Nippes, Ehrenfeld und Deutz waren zu dieser Zeit bereits vollständig kanalisiert. Das Kölner Kanalnetz wurde nun systematisch ausgebaut: Umfasste es 1914 noch eine Länge von 506 Kilometern, so waren es 1933 bereits 735 Kilometer.
Fotoarchiv StEB/W.MatthäusEnde 1953 konnte das Großklärwerk Köln-Stammheim in Betrieb genommen werden. Der Bau hatte sich mehr als 16 Jahre hingezogen, was vor allem auf den zweiten Weltkrieg zurückzuführen ist. In den Jahren 1965 und 1976 erfolgten eine erste und zweite Erweiterungsphase des Klärwerkes. Die mechanischen Klärwerke in Worringen und Langel wurden in den Jahren 1959 bzw. 1969 in Betrieb genommen. In den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts gewann der Umweltaspekt eine immer größere Bedeutung in der Stadtentwässerung.
Mit der zweiten Erweiterung in Köln-Stammheim im Jahr 1976 konnte die biologische Reinigungsstufe fertig gestellt werden. Sie wurde anschließend auch in den anderen Klärwerken realisiert. Mitte der 1980er Jahre begann das damalige Amt für Stadtentwässerung in Köln ein umfassendes Abwasserkonzept zu erarbeiten, um den gewachsenen Anforderungen der Abwasserbeseitigung und des Umweltschutzes verstärkt gerecht werden zu können. Als Zielvorgabe galt das Jahr 2000, daher der Name: Abwasserkonzept 2000.
Mit der Umsetzung des Konzepts ab November 1987 begann eine weitere Erfolgsgeschichte in der Historie der Kölner Stadtentwässerung, die sich unter anderem in der Anerkennung als Projekt der Weltausstellung EXPO 2000 manifestierte.
Stadtentwässerung heute
Die Umstrukturierung des ehemaligen Amtes für Stadtentwässerung der Stadt Köln zum kommunalen Unternehmen Stadtentwässerungsbetriebe Köln, Anstalt öffentlichen Rechts, erfolgte zum 1. Mai des Jahres 2001. Im Jahr 2004 haben wir die Aufgaben Hochwasserschutz, Pflege und Unterhaltung der Gewässer sowie Straßenentwässerung übernommen.
Seit Januar 2010 kümmern wir uns auch um den Ausbau und die naturnahe Gewässerentwicklung aller Bäche im Kölner Stadtgebiet.
Zudem haben wir im Jahr 2010 ein Perspektivkonzept entwickelt, das die zukünftige Entwicklung der StEB bis zum Jahr 2020 zeichnet.