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Neuer Kanal unter dem Rhein soll Kölner Abwassersystem zukunftsfähig machen

02.05.2019

Vor etwas mehr als 90 Jahren wuchs in Köln das linksrheinische und rechtsrheinische Abwassersys-tem mit dem Bau eines Kanals unter dem Rhein, eines sogenannten Dükers, zusammen. Die Gründe für den Bau lagen in der wachsenden Bevölkerung Kölns nach dem Ersten Weltkrieg und den neuen Gewerbegebieten im Kölner Norden.

Das damals richtungsweisende Bauwerk ist nun in die Jahre gekommen und entspricht nicht mehr den Anforderungen eines modernen Abwassersystems. Der derzeit im Einsatz befindliche Rheindüker mit insgesamt 470 Meter Betonrohrleitung stammt aus dem Jahr 1928. Die Rohrleitungen können Taucher nur sehr eingeschränkt inspizieren und auf Dichtigkeit prüfen. Von Jahr zu Jahr steigt die Gefahr von Leckage und somit von Umweltschäden bei dem alten Bauwerk.

Außerdem verfügt der alte Düker nur über zwei Rohre mit Durchmessern von 1,85 und 1,25 Meter und könnte sich mittelfristig zum Nadelöhr in der Abwasserentsorgung entwickeln. „Die Kapazitäten beruhen auf einer Planung aus dem Jahr 1927. Es ist an der Zeit, dass wir den Rheindüker erneuern“, erläutert Otto Schaaf, Vorstand der StEB Köln (Stadtentwässerungsbetriebe Köln, AöR). „Köln wird bis 2040 voraussichtlich auf 1,15 Millionen Einwohner anwachsen und als StEB Köln ist es unsere Aufgabe, eine zukunftsfähige und zuverlässige Abwasserentsorgung sicherzustellen. Der neue Düker wird in Bezug auf Kapazitäten und Technik für ein weiteres Jahrhundert den Abwasserentsorgungs-weg zwischen dem linksrheinischen und dem rechtsrheinischen Köln garantieren“, so Schaaf.

Die StEB Köln investieren nun rund 60 Millionen Euro in den Neubau. Der neue Rheindüker wird mit modernster Pipe-Jacking Technologie 15 bis 25 Meter unterhalb des Rheinbetts gebaut. Mit Durchmessern von 2,80 und 1,80 Metern wird der Abflusskanal zukünftig bis zu 6.000 Liter pro Sekunde an Abwasser vom linksrheinischen ins rechtsrheinische Köln transportieren können.

Selbst mit einem deutlichen Anstieg der Kölner Bevölkerung auch über die aktuellen Prognosen für 2040 hinaus wären die Entsorgungskapazitäten des Dükers noch lange nicht ausgeschöpft. Dank einer hydraulischen Steuerung lassen sich die Abflussmengen zukünftig passend zu den Kapazitäten im Stammheimer Klärwerk regulieren. Ein modernes Abluftabsaugsystem wird den Austritt von Geruchsemissionen und dadurch die Geruchsbelästigung für Anwohner verhindern. Die kompletten Rohre lassen sich zukünftig durch Begehungen einfach inspizieren. So können die Dichtigkeitsprüfun-gen und auch Reinigungs- oder Sanierungsarbeiten einfach und verlässlich erfolgen.

Die StEB Köln bauen den neuen Düker parallel zum Verlauf des bisherigen Dükers, um eine optimale Anbindung an das vorhandene Kölner Abwassersystem sicherzustellen und große überirdische Umbauten zu vermeiden. Hierzu werden rechtsrheinisch ein Start- und linksrheinisch ein Zielschacht erstellt. Der Startschacht wird in Stammheim in der Nähe des Klärwerks angelegt. Der Zielschacht ist in Köln-Niehl am Niehler Damm auf Höhe des schon bestehenden Dükeroberhauptes geplant. Derzeit befinden sich die StEB Köln noch in der Planungs- und Genehmigungsphase. Starten soll das Bauprojekt voraussichtlich Mitte 2021. Der Abschluss der Rohbauarbeiten ist für 2023 angesetzt. Der neue Düker soll dann 2025 seinen Betrieb aufnehmen.

In den nächsten Monaten werden die StEB Köln Anwohnerinnen und Anwohner über die geplanten Schächte und die Baumaßnahmen informieren. Die StEB Köln bieten laufend aktualisierte Informationen zum Projekt unter: www.rheindüker.koeln

Ihr Ansprechpartner

Birgit Konopatzki
Leiterin Unternehmenskommunikation - Pressesprecherin
0221 221-34787, Mobil: 0163 5385106
birgit.konopatzki@steb-koeln.de