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StEB Köln zum 100. Todestag von Carl Steuernagel

StEB Köln zum 100. Todestag von Carl Steuernagel
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04.02.2019

Ein Vater der modernen Stadtentwicklung Kölns

Bauingenieur, Visionär und Pionier ¬– das war Carl Steuernagel für Köln. Der Mann, dessen Todestag sich am 6. Februar zum hundertsten Mal jährt, hat mit dem Kronleuchtersaal in der Nähe vom Ebertplatz in den Kölner Kanälen seinen eindrucksvollsten Fußabdruck hinterlassen. „Carl Steuernagel war ein visionärer Gründer der modernen Stadtentwässerung. Wir als StEB Köln sehen uns in dieser Tradition“, sagt Otto Schaaf, Vorstand der StEB Köln.

Der Kronleuchtersaal wird heute noch regelmäßig für Konzerte genutzt, das Streichquartett des Neuen Rheinischen Kammerorchesters Köln, spielt dort beispielsweise jedes Jahr. Doch wie kam es dazu? 1880 wurde ein Wettbewerb zur Bebauung der Neustadt ausgeschrieben. Dieser enthielt unter anderem die Aufgabe, eine Erweiterung der Kanalisation zu planen. Überzeugen konnte der Beitrag von Joseph Stübben, Baurat der Stadt Köln und Karl Henrici, Stadtentwickler. Der Arbeitsgemeinschaft gehörte auch Carl Steuernagel an. Seine Aufgabe war es, die Kanalisation zu planen und umzusetzen. Dafür verwendete er ein innovatives System: die Schwemmkanalisation – die zu diesem Zeitpunkt in Köln noch unbekannt war. Das Schmutz- und Regenwasser wird dabei in einem Kanalrohr abgeleitet und der Regen als Spülung mit eingebunden. Um zu verhindern, dass bei starken Regen der Kanal zu voll läuft, wurde dort zur Entlastung erstmalig eine Regenüberfallkante integriert.

Das gewölbte Bauwerk aus Klinkermauerwerk an der Cleverstraße/Ecke Theodor-Heuss-Ring spiegelt mit seiner Architektur und seinem baulichen Zustand heute noch die hohe handwerkliche Kunst der Meister von damals wider. Die Kanalisation hat eines der größten Durchmesserprofile von 3,80 Meter Breite und 4,60 Meter Höhe. Als das Bauwerk 1890 fertig gestellt war, sollte das Vereinigungsbauwerk mit einem großen Fest eröffnet werden. Daher wurden zwei Kronleuchter und diverse Wandlampen montiert. Sie hängen bis heute, wenn auch elektrifiziert und gaben dem Saal seinen Namen. So ist dies wahrscheinlich der weltweit einzige Ort, an dem neben dem offen fließenden, stinkenden Endprodukt Abwasser den einfühlsamen Jazz- oder Klassik-Klängen gelauscht wird. „Am 24.06.2004 wurde der Kronleuchtersaal in die Liste der Kölner Bodendenkmäler eingetragen. Der offizielle Akt fand vor Ort im Schein der Kronleuchter statt. Die Denkmalwürdigkeit begründete der damalige Direktor des Römisch-Germanischen Museums mit der ‚außergewöhnlich präzisen Verarbeitung und der wegweisen Architektur‘ berichtet Dr. Marcus Trier, Leiter des Römisch-Germanischen-Museum.

Die Geschichte des Kronleuchtersaals ist ein Beispiel, wie Menschen für die Vergangenheit interessiert werden und gleichzeitig die Bedeutung der modernen Abwasserableitung- und Reinigung dargestellt werden kann. Neben den Konzerten finden dort ebenso Führungen statt. Carl Steuernagel war als Bauingenieur und Stadtbaurat maßgeblich für die Kölner Stadtentwässerung verantwortlich. Zusammen mit Joseph Stübben schuf er ober- und unterirdisch den Grundstein für eine weitreichende Veränderung: Das Kölner Stadtbild wandelte sich im 19. Jahrhundert von der Alt- zur Neustadt.

Ihr Ansprechpartner

Andrea Bröder
Unternehmenskommunikation - Medien und Themen
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