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Warum kommt es häufiger zu Hochwasser?

Warum kommt es häufiger zu Hochwasser?
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19.07.2021

Innerhalb der letzten Jahrhunderte hat sich die Hochwassergefahr am Rhein deutlich erhöht. Dafür ist auch der Mensch verantwortlich.
Die jüngsten Hochwasserereignisse werden oft in einen Zusammenhang mit dem Klimawandel gebracht. Das erhöhte Risiko ist aber auch durch fortwährende Eingriffe des Menschen in die natürlichen Flussläufe entstanden. Dies gilt auch für den Rhein. Warum genau kommt es hier immer häufiger zu Hochwasser? Welche menschlichen Ursachen tragen dazu bei?

Begradigungen des Flussverlaufs
Zwischen 1817 und 1876 wurde der Rhein zunehmend begradigt, was seinen Lauf immer weiter verkürzte. Der Ausbau des Oberrheins von 1928 bis 1977 hatte zudem beträchtliche Folgen für das Abflussverhalten. Die Zeit, die der Wellenscheitel – das ist der höchste Punkt des Wellenberges eines Hochwassers – für die Strecke von Basel nach Karlsruhe braucht, ist seitdem deutlich kürzer geworden. Mitte der 1950er Jahre benötigte er noch 64 Stunden. Heute legt der Wellenscheitel dieselbe Strecke in nur 23 Stunden zurück. Aber auch der weitreichende Verlust von Überschwemmungsgebieten, in denen sich der Fluss früher ausdehnen konnte, wirkte sich negativ aus: Bebaute und bewohnte Flächen sind heutzutage von einer Überflutung bedroht, wenn sich zu viel Wasser im Flusssystem befindet.

Kanalisierte Nebenflüsse
Nicht nur der Hauptstrom, sondern auch viele Nebenflüsse des Rheins wurden begradigt, um sie für die Schifffahrt zu nutzen. Trifft der Scheitel eines Rheinhochwassers ungünstig mit denen der Nebenflüsse zusammen, können – je nach Wetterlage – größere Gebiete vom „kombinierten“ Hochwasser überschwemmt werden.

Fortschreitende Versiegelung

Die fortschreitende Versiegelung und Verdichtung des Bodens ist ein weiterer Faktor, der den Abfluss des Rheinhochwassers behindert. Durch mehr Siedlungen, Industriegebiete und Straßen im Einzugsgebiet kann der gefallene Regen nur noch schlecht an Ort und Stelle versickern. Außerdem fehlen Gebiete - sogenannte Retentionsräume –, in die das überschüssige Wasser geleitet werden kann, ohne dass dabei größere Schäden angerichtet werden.
Aktuelle Studien belegen, dass Hochwasser in der nahen Zukunft öfter eintritt und höhere Pegelstände aufweist So wird Hochwasservorsorge im privaten und staatlichen Bereich zu einer Daueraufgabe.
Hochwassergefährdete Gebiete sollten daher nicht bebaut werden oder –falls unbedingt erforderlich – nur mit einer angepassten Bauweise, weitere Flächenversieglung vermieden werden. Genauere Zahlen und mehr Informationen dazu erhalten Sie in einer Studie der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins .

Köln ist dennoch durch ein eigenes Schutzkonzept optimal auf Hochwasser am Rhein vorbereitet. Das Ziel der StEB Köln ist, ihre hohe technische Kompetenz für Hochwasserschutzkonzepte einzusetzen und diese stetig weiterzuentwickeln. Alles Wissenswerte über die Organisation des Hochwasserschutzes erfahren Sie hier auf unserer Website unter Hochwassermanagement .
Sie wohnen in Köln? Mit Hilfe unserer Überflutungsgefahrenkarten können Sie nachsehen, ob eine Gefährdung vorliegt und wie hoch die Überflutung bei Hochwasser sein kann. Mit unserem Wasser-Risiko-Check finden Sie heraus, wie stark Ihr Zuhause von Starkregen, Hochwasser oder Grundhochwasser betroffen sein kann und welche Schutzmaßnahmen für Sie in Frage kommen.

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