Hochwasserstufe 1

Kölns Bäche gestalten und unterhalten

Die Kölner Bäche wurden in der Vergangenheit in vielfältiger Form durch den Menschen genutzt. Heute werden Gewässer vor allem als Bestandteil von Natur und Landschaft betrachtet. Deshalb werden sie geschützt und naturnah entwickelt.

Wie werden die Bäche heute unterhalten?

In der Vergangenheit wurden die Kölner Bäche häufig zum Vorteil der Menschen genutzt und stark beansprucht. Ihr Wasser trieb zahlreiche Mühlen an, bewässerte die Landwirtschaft oder kühlte Anlagen in der Industrie. Auch das Abwasser wurde zum Teil in die Gewässer abgeleitet.
Einige Kölner können sich noch an die schäumenden, übel riechenden oder verfärbten Bäche erinnern.
Dies hat sich zwischenzeitlich deutlich verändert und sichtbar verbessert. Die Kölner Gewässer sind wieder klar und bieten vielen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum. Seit einigen Jahren denkt die Wasserwirtschaft um und erkennt Zusammenhänge. Heute sind der Schutz und die naturnahe Entwicklung der Gewässer anerkannte gesellschaftspolitische Ziele.
Schonende Unterhaltungsmaßnahmen und naturnahe Gewässerentwicklung sollen die ökologischen Funktionen der Bäche weiter verbessern und dazu beitragen, den guten ökologischen Zustand und die Anforderungen von Tieren und Pflanzen an die Gewässer wiederherzustellen.
Die StEB kümmern sich um die Unterhaltung und die naturnahe Gestaltung und nehmen sich täglich dieser Verantwortung für die Kölner Bäche praktisch an.

Wie sieht die Gewässerunterhaltung konkret aus?

Die StEB sichern den ordnungsgemäßen Wasserabfluss, erhalten das Gewässerbett und pflanzen fehlende Ufervegetation neu an. Sie entfernen alte Uferbefestigungen und eingewanderte, standortfremde Pflanzen in Handarbeit. Hierbei nehmen sie auf den Lebensraum von wild lebenden Tieren und Pflanzen besondere Rücksicht.
Zur regelmäßigen Pflege der Bäche beschäftigen die StEB derzeit drei Wasserbauer und einen Auszubildenden. Sie sind jeden Tag mit dem Bachkontrollwagen unterwegs. Unterstützt wird das Team durch einen Betriebsingenieur. Er erstellt den Gewässerunterhaltungsplan, organisiert die Arbeiten und beantwortet Anfragen von Einwohnern oder aus der Politik. Auf seiner Route behebt das Team Abflusshindernisse beispielsweise durch:
• das Freiziehen der Roste von Laub und Müll
• die Kontrolle der automatischen Rechen
• das Entfernen von Treibgut unter Brückendurchlässen
• das Leeren der Sandfänge

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Was ist für die Zukunft geplant?

Das Ziel ist ein guter ökologischer Zustand bzw. ein gutes ökologische Potenzial an Kölner Bächen, die in der Vergangenheit erheblich verändert wurden. Ausgangspunkt hierfür sind die ökologischen Ziele nach der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL), die von den StEB spätestens bis zum Jahr 2027 umgesetzt werden. Einzelmaßnahmen für die Bäche sind im so genannten Umsetzungsfahrplan (UFP) zusammengefasst. Der Umsetzungsfahrplan (UFP) ist ein wichtiger Bestandteil des Gewässerentwicklungskonzeptes (GEK) der StEB. Im GEK sind alle Maßnahmen (ökologische Maßnahmen, Maßnahmen des Hochwasserschutzes und sonstige Gewässermaßnahmen), die an den Gewässern geplant sind, zusammengefasst.

Welche Gewässer sind vom Umsetzungsfahrplan betroffen?

Nach der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) muss es für alle berichtspflichtigen Gewässer, d.h. Gewässer mit einem Einzugsgebiet größer als zehn Quadratkilometer, einen Umsetzungsfahrplan (UFP) geben. In Köln haben die StEB über die gesetzlichen Anforderungen hinaus, auch für einige nicht berichtspflichtige Gewässer, die Gewässer mit einem kleineren Einzugsgebiet, einen UFP aufgestellt.

Berichtspflichtige Gewässer sind:
• Flehbach/Faulbach
• Frankenforstbach
• Frechener Bach
• Kurtenwaldbach
• Strunde

Bearbeitete, nicht berichtspflichtige Gewässer sind:
• Butzbach
• Giesbach
• Selbach
• Kemperbach
• Umbach
• Ostgraben
• Senkelsgraben
• Duffesbach
• Scheuerbach
• Pletschbach

Warum ist jede einzelne Maßnahme wichtig?

Auch kleinste Verbesserungen wirken sich auf den gesamten Lebensraum Gewässer aus.
Prognosen wie sich Gewässerabschnitte in einem bestimmten Zeitraum entwickeln sind schwierig, selbst für Fachleute. Die Natur lässt sich nichts vorschreiben.
Für die gewünschte, bis zum guten Zustand reichende, naturnahe Entwicklung müssen Platz und Zeit eingeplant werden. Schäden der Vergangenheit lassen sich nicht in kürzester Zeit wieder gut machen. Je mehr Einzelmaßnahmen wirken können, umso wahrscheinlicher wird es, dass Lebewesen sie wie Trittsteine zwischen ökologisch geeigneten Inseln nutzen können.

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Welche Maßnahmen werden getroffen?

In der nachfolgenden Tabelle sehen Sie die konkreten Maßnahmen des Umsetzungsfahrplanes an den Kölner Bächen.
Möchten Sie wissen welche Maßnahmen an einem bestimmten Bach oder in Ihrem Stadtteil von den StEB umgesetzt werden?
Dann nutzen Sie bitte die Filterauswahl.

Gewässermaßnahmen im Kölner Stadtgebiet