Hochwasserstufe 1

Eigenvorsorge gegen Hochwasser

Mit der richtigen Vorbereitung lassen sich Hochwasserschäden deutlich minimieren. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihr Haus gegen eindringendes Wasser absichern, teure Installationen rechtzeitig abbauen, und welche Versicherungen Ihnen im Schadensfall helfen.

Soll ich tiefer liegende Räume evakuieren?

Keller, Garagen und tiefer liegende Räume sind bei Hochwasser häufig als erstes betroffen. Steht das Wasser vor der Tür, kann der Aufenthalt in Untergeschossen sogar lebensgefährlich sein.

Bringen Sie Ihre Möbel frühzeitig in höher gelegene Stockwerke. Bitten Sie Ihre Familien, Freunde oder Nachbarn um Hilfe, und unterstützen Sie sich gegenseitig. Die Feuerwehr kann bei Hochwasser nur in absoluten Ausnahmefällen helfen.

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Wie schütze ich Heizung, Öltank und Anschlüsse?

Brenner und Thermen sollten rechtzeitig abgeschaltet werden. Dadurch können die Geräte vor ihrer Demontage noch lange genug auskühlen. Kümmern Sie sich außerdem rechtzeitig um einen Termin bei einem Fachbetrieb. Denn die örtlichen Heizungsinstallateure haben bei drohendem Hochwasser viel zu tun. Vergessen Sie bei Gasheizungen nicht, die Gasventile zu schließen.

Öltanks und ihre Anschlussleitungen müssen fest im Boden verankert sein. Ansonsten kann sich der Tank durch den Auftrieb im Wasser lösen. Hochwasser übt von außen Druck auf den Tank aus. Dieses Problem lässt sich umgehen, wenn der Tank vor dem Hochwasser komplett gefüllt wird. Das Öl bildet dann einen Gegendruck zum Wasser.

Entfernen Sie anschließend Behälter mit Altöl, Chemikalien, Farben, Lacken, Wasch- und Reinigungsmitteln aus tief liegenden Räumen. Öl und andere wassergefährdende Stoffe in überfluteten Bereichen verschmutzen nicht nur das Wasser und Ihre Räume. Durch das Hochwasser dehnen sich die Schäden auch auf die Umgebung aus

Sollten trotz aller Sicherungen umweltgefährdende Stoffe austreten, verständigen Sie umgehend die Feuerwehr. Jede Zeitverzögerung verschlimmert den Schaden um ein Vielfaches.

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Wie kann Wasser in das Gebäude eindringen?

Der Weg des Wassers führt zunächst durch Lichtschächte oder Kellerfenster in das Gebäude. Bei weiter steigendem Pegel dringt es außerdem durch Türen, Fenster oder sogar die durchweichten Wände ins Innere. Neben diesem Oberflächenwasser kann auch das sogenannte Grundhochwasser negative Folgen haben: Hierbei drückt das Grund- oder Kanalisationswasser auf den Boden und die Wände von Kellerräumen.

Im unserem Vortrag und unserem Flyer erhalten Sie alle wichtigen Informationen zur Gefahr durch Grundhochwasser. Darin erfahren Sie auch, wie Sie Ihr Gebäude schützen können. Bei weiteren Fragen können Sie gerne persönlich Kontakt mit uns aufnehmen:

Gerald Fuchs

Bauvorsorge
Technische Grundlagen

Tel.-Nr. 0221 22124395

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Wie wirkt das Hochwasser auf das Gebäude?

Bei hohen Wasserständen kann das Grundwasser über das Fundament eines Gebäudes steigen. Der hierbei entstehende Druck verleiht dem Gebäude Auftrieb. Bei wasserdichten Gebäuden mit wenigen Geschossen fehlt oft das Eigengewicht, um diese Kräfte auszugleichen. Das Fluten der Kellerräume ist eine kurzfristige Maßnahme, um das Gewicht eines Hauses zu erhöhen, das durch den Auftrieb gefährdet ist. Dadurch wird auch der schädliche Druck auf die Seitenwände verringert.

Eine kontrollierte Flutung der Kellerräume kann vor Gebäudeschäden durch Auftrieb schützen.

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Wie schütze ich mich vor Grundhochwasser?

Steigendes Grundwasser gefährdet selbst Stadtteile, die weiter vom Rhein entfernt liegen. Selbst wenn das sichtbare Hochwasser schon wieder sinkt, bleibt die Überflutungsgefahr durch steigendes Grundwasser bestehen. Kontrollieren Sie während eines Hochwassers deshalb regelmäßig Ihre Kellerräume.

Zum Schutz des Gebäudes vor eindringendem Grundwasser gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Bei wasserdurchlässigen Bodenarten wie Sand oder Kies ist im Hochwasserfall mit einem Ansteigen des Grundwasserspiegels zu rechnen. In Flussnähe entspricht der Grundwasserspiegel in der Regel dem Hochwasserstand.

Schwarze Wanne / Außendichtung

Als „Schwarze Wanne“ bezeichnet man eine Außenabdichtung auf allen Seiten der betroffenen Gebäudebereiche. Diese wird im Regelfall mit Bitumen oder Kunststoffbahnen ausgeführt. Technisch weitaus schwieriger und teurer ist eine Dichtung auf der Innenseite des Gebäudes. Hier ist ein zusätzlicher Innentrog erforderlich, um den Wasserdruck, der auf die Dichtungen einwirkt, abzufangen.

Weiße Wanne

Als „Weiße Wanne“ bezeichnet man die Ausbildung der Außenwände und der Bodenplatte als geschlossene Wanne aus wasserundurchlässigem Beton. Zusätzliche Dichtungsbahnen sind nicht erforderlich. Bauwerkssohle und -wände müssen aber auf den zu erwartenden Wasserdruck bemessen und unter Umständen verstärkt werden.

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Was muss ich beim Abpumpen von Wasser beachten?

Die Feuerwehr stellt während der Hochwasserphase keine Pumpen zur Verfügung. Das Abpumpen von Wasser aus tief liegenden Räumen ist während eines Hochwassers auch nicht ungefährlich: Die leergepumpten Räume können unter dem immensen Wasserdruck von außen zusammenbrechen.

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Welche Versicherungen helfen gegen Hochwasser?

Der beste Weg, einen Schaden durch Hochwasser zu minimieren, liegt in der Vorsorge durch passende Schutzsysteme und den rechtzeitigen Abbau von wertvollen Installationen wie der Heizungsanlage. Ganz ausschließen lassen sich Schäden aber nie. Eine Möglichkeit, auch dieses Risiko zu schmälern, ist die sogenannte „erweiterte Elementarschadenversicherung“.

Hierbei handelt es sich allerdings um eine freiwillige Versicherung. Die Unternehmen entscheiden selbst, wo sie eine solche Versicherung zu welchen Konditionen anbieten. Wohnen Sie in einem stark gefährdeten Bereich, erhalten Sie unter Umständen nur sehr kostspielige oder überhaupt keine Versicherungsangebote. In solchen Fällen sollten Sie für den Schadensfall ausreichende private Rücklagen bilden.

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Der Hochwasserpass - Der Risiko-Check für Ihr Haus

Extreme Wetterlagen und dadurch bedingt Starkregen, Hochwasser und/oder Kanalrückstau können die Sicherheit von Gebäuden gefährden und große Schäden verursachen.

Da Kommunen durch ihre Hochwasserschutzmaßnahmen keine hundertprozentige Sicherheit garantieren können, ist die private Eigenvorsorge vor potentiellen Hochwasserschäden umso wichtiger. In vielen Fällen kann man Hochwasserschäden durch eine angepasste Nutzung und bauliche Vorsorgemaßnahmen vorbeugen.

Mit dem Hochwasserpass können sich die Hausbesitzer in ganz Deutschland ein Bild über ihr individuelles Überschwemmungsrisiko machen, indem der Ist-Zustand des Hauses bewertet, Risiken aufgezeigt und Maßnahmen zum Schutz vorgeschlagen werden. So sensibilisiert der Hochwasserpass für mögliche Gefahren, die vom Wasser ausgehen, ermittelt die spezifische Gefährung des Hauses und hilft Schäden zu vermeiden.

Mehr über den Hochwasserpass erfahrenSie auf der Internetseite des HochwasserKompetenzCentrums.