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Rheindüker Köln

Der Rheindüker ist die Hauptschlagader des Kölner Abwassers. Er verbindet das linksrheinische Köln mit dem Klärwerk Stammheim. Der derzeitige Düker aus dem Jahr 1928 ist heute technisch und baulich überaltert. Die StEB Köln haben sich daher entschieden, einen neuen Rheindüker zu bauen – eine Investition in die Zukunft!

Was ist ein Düker?

Ein Düker ist eine Druckleitung, die Straßen, Bahngleise, Tunnel, oder eben Flüsse wie den Rhein unterquert und so unter anderem Abwasser ableitet.

Er liegt nicht sichtbar unterhalb der Gelände-Oberfläche. Durch das sogenannte Prinzip der kommunizierenden Röhren können Flüssigkeiten ohne Pumpen unter dem Hindernis hindurchgeleitet werden. In verbundenen Rohren pegeln sich Flüssigkeiten an beiden Seiten auf dem gleichen Niveau ein. Wird so an einer Seite des Dükers Flüssigkeit eingeführt, erreicht sie auf der anderen Seite fast ohne Höhenverlust das gleiche Höhenniveau und kann so leicht transportiert werden.

Querschnitt eines Dükers

Bildquelle: Machbarkeitsstudie StEB Köln

Auch in Köln regelt derzeit ein Rheindüker die Abwasserentsorgung. Der aktuelle Düker verbindet das linksrheinische Stadtgebiet von Niehl aus mit dem Klärwerk im rechtsrheinischen Köln-Stammheim. Der insgesamt 470 Meter lange Düker aus dem Jahr 1928 besteht aus zwei Rohren mit Durchmessern von 1,85 und 1,25 Metern.

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Wie ist der geplante Ablauf des Neubaus?

Die StEB Köln investieren 60 Millionen Euro in einen neuen Rheindüker.

Der neue Düker wird das linksrheinische mit dem rechtsrheinischen Köln verbinden. Der Startschacht liegt in Köln-Stammheim. Im dortigen Klärwerk werden derzeit ca. 83 Prozent aller Kölner Abwasser gereinigt. Der Zielschacht entsteht in Köln-Niehl, parallel zum Standort des bisherigen Dükers.

Verlauf des geplanten neuen Rheindükers

Bildquelle: Machbarkeitsstudie StEB Köln

Derzeit befinden sich die StEB Köln in der Planungs- und Genehmigungsphase. Der Baustart ist für Mitte des Jahres 2021 geplant. Abschluss der Rohbauarbeiten kann so voraussichtlich 2023 erfolgen. Spätestens Ende 2025 soll der neue Düker fertiggestellt sein.

Mit modernster Pipe-Jacking Technologie wird der neue Düker 15 bis 25 Meter unterhalb des Rheinbetts gebaut. Breitere Rohre von 2,8 und 1,8 Metern Durchmesser sorgen für eine größere Abflussmenge, die die Ansprüche einer modernen Großstadt erfüllen. Bis zu 6.000 Liter Abwasser pro Sekunde können zukünftig durch die Rohre fließen.

Dank des Pipe-Jacking entsteht der neue Düker 15 bis 25 Meter von der Rheinschifffahrt geschützt unterhalb des Rheinbetts.

Mit dieser Rohrvortriebsmethode reicht es, für die Rheinunterquerung nur Start- und Zielschächte auszuheben.

Durch eine hydraulische Steuerung werden die Kapazitäten des Klärwerks Stammheim effizienter und ressourcenschonend genutzt. Ein modernes Abluftabsaugsystem verhindert Geruchsemissionen. Auch wird eine Inspektion der Rohre durch Begehung möglich sein. Dichtigkeitsprüfungen können so regelmäßig und verlässlich durchgeführt werden.

Der neue Düker der StEB Köln ist darauf ausgelegt, mindestens die nächsten hundert Jahre die Abwasserentsorgung in Köln zu garantieren.

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Warum bedarf es eines neuen Rheindükers?

Köln wächst - und das nicht erst seit gestern. Allein in den letzten zehn Jahren ist die Einwohnerzahl um knapp 100.000 auf rund 1,08 Millionen angewachsen. Bis 2040 wird ein Anstieg auf 1,15 Millionen Einwohner erwartet.

Dem starken Wachstum muss sich auch die Infrastruktur anpassen. Das gilt nicht zuletzt für die Stadtentwässerung. Um den Ansprüchen einer modernen Metropole gerecht zu werden, nehmen die StEB Köln nun eine beachtliche Investition vor: Der neue Rheindüker soll das Kölner Abwassersystem zukunftsfähig machen.

Außerdem ist der 90 Jahre alte Düker allein altersbedingt dringend erneuerungsbedürftig. Was 1928 innovativ war, ist heute veraltet. Der alte Rheindüker entspricht nicht mehr den technischen Standards des 21. Jahrhunderts.

  • Die Einzelteile des alten Dükers wurden an Land vorgebaut. Bildquelle: Stadtbaurat Werken: Der Anfang und Werdegang der Kanalisation in Köln, in: Der West-Bau 5/1930, S. 1-12.

  • Die Verdichtung der Bauteile fand von innen statt. Bildquelle: Stadtbaurat Werken: Der Anfang und Werdegang der Kanalisation in Köln, in: Der West-Bau 5/1930, S. 1-12.

  • Der Rheindüker wurde dann in der offenen Bauweise von der Wasseroberfläche aus etappenweise im Rheinbett verlegt. Bildquelle: Stadtbaurat Werken: Der Anfang und Werdegang der Kanalisation in Köln, in: Der West-Bau 5/1930, S. 1-12.

  • Mithilfe von Versenkschiffen wurden die Rohrstücke an die Versenkstelle gefahren. Bildquelle: Stadtbaurat Werken: Der Anfang und Werdegang der Kanalisation in Köln, in: Der West-Bau 5/1930, S. 1-12.

  • Etappenweise fand die Verlegung im Reinbett statt. Bildquelle: Stadtbaurat Werken: Der Anfang und Werdegang der Kanalisation in Köln, in: Der West-Bau 5/1930, S. 1-12.

  • Die fertige Kanalstrecke von 1928. Stadtbaurat Werken: Der Anfang und Werdegang der Kanalisation in Köln, in: Der West-Bau 5/1930, S. 1-12.

Das Abwasser im alten Düker kann nicht hydraulisch gesteuert werden, sondern wird allein durch Niederschläge reguliert. So lässt sich derzeit die Auslastung des Klärwerks Stammheim nicht optimal steuern. Der Düker selbst lässt sich auf gesamter Strecke kaum reinigen. Immer wieder treten massive Fettablagerungen an der Oberfläche auf. Die Entlüftung ist zu klein, was oft eine starke Geruchsbelastung für die Niehler Nachbarschaft verursacht. Nur Taucher können den Kanal inspizieren. Dieser ist zudem nur unzureichend überdeckt und liegt zu nah unter der Rheinsohle. Es droht eine Beschädigung durch ausgeworfene Schiffsanker.

Nicht zuletzt sorgen all diese Faktoren für ein erhöhtes Risiko von Bruch und Leckage. Im schlimmsten Fall kann dies zu immensen Schäden für die Umwelt und insbesondere den Rhein führen. Der Bau eines neuen Dükers ist somit unausweichlich, um weiterhin eine sichere Abwasserentsorgung für die Stadt Köln zu gewährleisten.

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Aktuelle Informationen zum Neubau

Der neue Rheindüker - ein Jahrhundertprojekt der StEB Köln!

Wie funktioniert ein Dükerbau? Wie ist der aktuelle Planungsstand? Und wann geht es los? Hier erfahren Sie mehr über den aktuellen Stand der Baumaßnahmen.

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Fragen und Antworten

Was ist ein Düker und wie funktioniert er?

Ein Düker (von dem niederländischen Wort duiker für „Taucher“) ist eine Druckleitung zur Unterquerung von Straßen, Bahngleisen, Tunneln oder Flüssen. Der Düker liegt immer unterhalb der Gelände-Oberfläche und ist deshalb nicht sichtbar. Über ihn wird Gas, Öl, Trinkwasser oder Abwasser abgeleitet. Nach dem sogenannten Prinzip der kommunizierenden Röhren pegeln sich Flüssigkeiten in verbundenen Rohren immer auf dem gleichen Niveau ein. Die Flüssigkeit kann so unter dem Hindernis hindurchgeführt, sprich gedükert werden, ohne dass Pumpen eingesetzt werden müssen.

Wie wird aktuell das Abwasser in Köln abtransportiert?

Aktuell sorgt ein Düker aus dem Jahr 1928 für die Abwasserentsorgung in Köln. Der 470 Meter lange Rheindüker besteht aus zwei Rohren mit 1,85 und 1,25 Metern Durchmesser. Er liegt knapp unter dem Rheinbett und verbindet das linksrheinische Niehl mit dem rechtsrheinischen Köln-Stammheim. Bereits heute transportiert der Düker das Abwasser von rund 490.000 Kölnerinnen und Kölnern in das größte städtische Klärwerk in Stammheim.

Warum braucht Köln einen neuen Düker?

Der aktuelle Düker von 1928 ist dringend erneuerungsbedürftig. Er ist überaltert. Die Gefahr von Bruch und Leckage steigen stetig. Außerdem entspricht er nicht mehr den Anforderungen einer wachsenden Metropole wie Köln. Der Düker muss immer mehr Abwasser transportieren und stößt heute an seine Grenzen. Damit weiterhin eine sichere Abwasserentsorgung in Köln garantiert werden kann, ist eine Erneuerung des Rheindükers zwingend notwendig.

Wie ist der aktuelle Planungsstand?

Die StEB Köln befinden sich gerade in der Anfangsphase für das Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie für das Vergabeverfahren des Baus. Sofern alle nötigen Genehmigungen vorliegen, werden die StEB Köln umgehend die Baumaßnahmen aufnehmen.

Für wann ist der Bau des Dükers geplant? Wie lange wird gebaut?

Der Start der Baumaßnahmen ist für Mitte 2021 geplant. Die Rohbauarbeiten können dann voraussichtlich 2023 abgeschlossen werden, sodass der neue Rheindüker spätestens Ende 2025 fertiggestellt und einsatzfähig ist.

Wo werden Start- und Zielschacht sein?

Die StEB Köln bauen den neuen Düker parallel zum Verlauf des bisherigen Dükers, um eine optimale Anbindung in das Abwassersystem sicherzustellen und große überirdische Umbauten zu vermeiden. Der Startschacht wird sich in Köln-Stammheim befinden, da dort das größte städtische Klärwerk liegt. Dort werden derzeit ca. 83 Prozent des Kölner Abwassers gereinigt. Der Zielschacht entsteht in Köln-Niehl an den Anschlussstellen des alten Dükers. Dort fließt das linksrheinische Abwasser zusammen, um über den Düker in das Klärwerk Stammheim transportiert zu werden.

Wo wird während der Baumaßnahmen gesperrt?

Auf der rechtsrheinischen Seite wird der Bau des Startschachtes keine wesentlichen Auswirkungen auf den Verkehr haben. Um allerdings den Zielschacht in Niehl zu bauen, wird der nördliche Teil des Niehler Damms voraussichtlich ab der Halfengasse gesperrt werden.

Die Sperrung wird voraussichtlich von Mitte 2021 bis 2025 dauern.

Wie komme ich als Anwohner an mein Haus?

Für die Anwohner schaffen die StEB Köln eigene Zugangswege, über die sie mit ihrem eigenen PkW ihr Zuhause erreichen können. Die StEB Köln werden die Anwohner umfassend und zeitnah informieren.

Warum kann der Zielschacht nicht woanders entstehen?

Die linksrheinischen Abwasserverbindungen sind seit den 20er-Jahren so gebaut und modernisiert worden, dass sie an dieser Stelle den Abtransport in das Klärwerk Stammheim ermöglichen. Hierbei handelt es sich letztendlich um einen Zwangspunkt der Abwasserinfrastruktur. Ein anderer Standort des Zielschachtes hätte gravierende Folgen: Die notwendigen Umbaumaßnahmen würden zu deutlich stärkeren Belastungen im Stadtteil sorgen. Bauzeit und Baukosten würden sich deutlich erhöhen.

Wie wird der neue Rheindüker gebaut?

Der neue Rheindüker entsteht mit modernster Pipe-Jacking Technologie 15 bis 25 Meter unterhalb des Rheinbetts. Durch diese Technologie müssen lediglich Start- und Zielschacht ausgehoben werden. So wird der Umfang der Baumaßnahmen minimiert. Die neuen Rohre werden Durchmesser von 2,8 und 1,8 Meter haben und in der Lage sein, bis zu 6.000 Liter Abwasser pro Sekunde abzutransportieren.

Welche Vorteile bringt der neue Düker für Mensch und Umwelt?

Grundsätzlich entfällt das Risiko von Bruch und Leckage, welches zu gravierenden Umweltschäden führen würde.
Der neue Düker entspricht den Bedürfnissen einer wachsenden Stadt und kann die Abwässer von bis zu 1,3 Millionen Menschen abtransportieren. Selbst mit einem deutlichen Anstieg der Bevölkerung jenseits der aktuellen Prognosen, wäre der Düker längst nicht ausgelastet.
Dank einer hydraulischen Steuerung lassen sich die Abflussmengen besser regulieren und das Klärwerk Stammheim besser auslasten. Ein modernes Abluftabsaugsystem verhindert jegliche Geruchsemissionen. Und zukünftig werden die Inspektion durch Begehung sowie regelmäßige Dichtigkeitsprüfungen möglich sein.
Der neue Rheindüker der StEB Köln garantiert somit eine sichere und zukunftsfähige Abwasserentsorgung für mindestens die nächsten hundert Jahre.

Was geschieht mit dem alten Düker?

Der alte Düker wird im Anschluss an die Baumaßnahmen des neuen Rheindükers zurückgebaut.

Wie werden Anwohnerinnen und Anwohner informiert? An wen können wir uns bei Fragen wenden?

Die StEB Köln bieten laufend aktualisierte Informationen unter der Rubrik Aktuelle Informationen zum Neubau auf dieser Seite.
Außerdem informieren die StEB Köln die Anwohnerinnen und Anwohner gesondert durch Veranstaltungen und Informationen über den geplanten Neubau und den Bauverlauf.
Zusätzlich können Sie sich an das Service-Telefon der StEB Köln wenden.

Service-Telefon:
0221 221-26868
dueker@steb-koeln.de

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