Hochwasserstufe 1

Unsere Geschichte

Schon zur Römerzeit gab es in Köln ein gut entwickeltes Entwässerungsnetz. Im Mittelalter und in der Neuzeit waren die Anlagen der Römer in Vergessenheit geraten. Ein langer Weg bis zum modernen Kanalnetz der Stadtentwässerung.

Die Anfänge der Stadtentwässerung von der Antike bis Carl Steuernagel

Das Entwässerungssystem in Köln hat eine lange Geschichte. Heute blicken wir auf mehr als 1.900 Jahre Kölner Stadtentwässerung zurück. Die Römer bauten bereits in der Antike ein sehr gut entwickeltes Entwässerungsnetz. Noch heute lassen sich die Reste dieses Entwässerungsnetzes in Köln finden, zum Beispiel der Hauptsammler in der Budengasse.

Da es im Mittelalter und in der frühen Neuzeit kein übergreifendes Konzept der Stadtentwässerung gab, gerieten viele Anlagen der Römer in Vergessenheit. Erst der Aufschwung zum Ende des 19. Jahrhunderts läutete den Beginn der modernen Stadtentwässerung ein. Carl Steuernagel, der seit 1881 verantwortlicher Planer in Köln war, erkannte die Chance, auf Basis der römischen Anlagen ein neues System der Stadtentwässerung zu entwickeln. In seinen Grundzügen hat das von Steuernagel entwickelte System bis heute Bestand.

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Ausbau des Kanalnetzes und der Bau mechanischer Klärwerke

In den Jahren nach der Jahrhundertwende wurden der Ausbau des Kölner Kanalnetzes sowie die Kanalisierung der Vororte systematisch vorangetrieben. Ein Prozess, der mit der wachsenden Einwohnerzahl der Stadt Köln bis heute anhält. Als 1905 in Köln-Niehl das erste mechanische Klärwerk in Betrieb genommen wurde, waren Alt- und Neustadt sowie die Stadteile Nippes, Ehrenfeld und Deutz vollständig kanalisiert. Bereits 1914 umfasste das Kanalnetz eine Länge von über 500 Kilometern. Im Jahr 1933 waren es bereits mehr als 700 Kilometer. Nach Beendigung des zweiten Weltkrieges konnte das Großklärwerk in Köln Stammheim 16 Jahre später in Betrieb genommen werden. In den 1960er und Siebziger Jahren erfolgten zwei Erweiterungsphasen des Klärwerks. Und mit Worringen und Langel konnten einige Jahre nach Stammheim zwei weitere mechanische Klärwerke in Betrieb genommen werden.

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Umweltschutz und neue Aufgaben für die StEB

Als in den Siebziger Jahren der Umweltschutz mehr an Bedeutung gewann, wurden Klärwerke nach und nach um eine biologische Reinigungsstufe erweitert. Um den gewachsenen Anforderungen der Abwasserbeseitigung und des Umweltschutzes bis ins Jahr 2000 gerecht zu werden, entwickelte das Amt für Stadtentwässerung Mitte der Achtziger das umfassende Konzept „Abwasserkonzept 2000“. Dieses Konzept wurde zur Erfolgsgeschichte, die sich in der Anerkennung als Projekt der Weltausstellung „EXPO 2000“ manifestierte.

Im Jahr 2001 wurde das Amt für Stadtentwässerung der Stadt Köln zum kommunalen Unternehmen der Stadtentwässerungsbetriebe Köln, Anstalt öffentlichen Rechts, umstrukturiert. Seit 2004 liegen auch die Aufgaben des Hochwasserschutzes, Pflege und Unterhaltung der Gewässer sowie die Straßenentwässerung in unserem Aufgabenbereich. Und seit 2010 kümmern wir uns auch um den Ausbau und die naturnahe Gewässerentwicklung aller Bäche im Kölner Stadtgebiet. Durch das von uns entwickelte Perspektivkonzept ist unsere zukünftige Entwicklung bis ins Jahr 2025 vorgezeichnet. So erhoffen wir uns, auch in Zukunft auf weitere gut 130 Jahre Erfahrung in der Entwicklung wasserwirtschaftlicher Strukturen zu blicken.

Römerzeit Unterirdisches Entwässerungssystem (siehe Römerkanal im Prätorium von 2,10 m Höhe und 1,22 m Breite)
5. Jahrhundert Verfall des römischen Kanalsystems in den Wirren der Völkerwanderung
Mittelalter oberirdische Entwässerung durch Rinnen in den Straßen
bis 1880 16 km Kanäle ohne Zusammenhang in die Stadtgräben bzw. Pfühle führend
ab 1881 planmäßiger Kanalbau
1900 219 km Kanalnetz, davon 92 km begehbar, 250.000 Einwohner von insgesamt 370.000 Einwohner an Kanal angeschlossen
1900 Alt- und Neustadt vollständig kanalisiert, ebenfalls die Ortsteile Nippes, Ehrenfeld und Deutz
1905 erstes mechanisches Klärwerk in Köln-Niehl
1927/1928 Bau des Rheindükers (unter dem Rheinbett)
1933 735 km Kanalnetz
1952 757 km Kanalnetz 540.000 Einwohner von insgesamt 643.000 Einwohner angeschlossen
1953 mechanisches Klärwerk Stammheim
1959 mechanisches Klärwerk Worringen
1964 Gründung des Abwasserlabors (heute: Abwasserinstitut)
1968 mechanisches Klärwerk Langel
seit 1968 systematische Kanalsanierung (Einsatz von Fernauge)
1974 1.400 km Kanalnetz, davon 400 km begehbar (vor der Gebietsreform)
1974 biologisches Klärwerk Weiden
1975 1.800 km Kanalnetz, davon 475 km begehbar (nach der Gebietsreform)
1975 biologisches Klärwerk Rodenkirchen
1976 biologische Reinigung im Klärwerk Köln-Stammheim
1985 biologische Reinigung im Klärwerk Langel
1987 Beschluss des Abwasserkonzept 2000
1992 Ausbau aller Klärwerke in Köln nach dem Stand der Technik für die weitergehende Abwasserreinigung (Phosphor- und Stickstoffelimination)
1993 2.244 km Kanalnetz, davon 575 begehbar
1993 Steuerung der Abflüsse im Kanalnetz bei Hochwasser (Schutz bis 10,70 m Kölner Pegel)
1993 Extremhochwasser 10,63 m Kölner Pegel
1995 Extremhochwasser 10,69 m Kölner Pegel
1996 Hochwasserschutzkonzept Köln vom Rat am 1. Februar verabschiedet
1999 Validierung des Umweltmanagementsystems für die Klärwerke und das Abwasserinstitut nach EMAS I
2000 Präsentation von Abwasserkonzept und Hochwasserschutzkonzept als weltweit anerkannte Projekte im Rahmen der EXPO 2000
2001 Gründung der Stadtentwässerungsbetriebe Köln, AöR mit der Aufgabe der Abwasserbeseitigung
2004 Übernahme der Aufgaben Hochwasserschutz, Pflege und Unterhaltung der Gewässer sowie Straßenentwässerung
2004/2005 Einführung des integrierten Managementsystems nach EN ISO 9001, EN ISO 14001, EMAS II
2008 Fertigstellung baulicher Hochwasserschutz
2010 Übernahme der Aufgabe Gewässerunterhaltung und -ausbau
2010 Perspektivkonzept 2020
2011 10 Jahre StEB