Hochwasserstufe 1

Starkregen und Sturzfluten

Starkregen entsteht in den Frühlings- und Sommermonaten. Die erwärmte Luft kann hier mehr Feuchtigkeit aufnehmen. Der gespeicherte Wasserdampf kann sich in starken, plötzlichen Regenfällen entladen.

Wie schütze ich meine vier Wände gegen mögliche Wassergefahren?

Starkregen, Sturzfluten, Grundhochwasser: Wasser ist eine Elementarkraft. Wir von den StEB Köln tun viel dafür, dass Sie und Ihr Eigentum bei solchen Naturereignissen keinen Schaden erleiden. Vieles können Sie jedoch auch selbst tun - zu manchen Vorsorgemaßnahmen sind Sie als Grundstücks- bzw. Hausbesitzer sogar verpflichtet.

Wussten Sie?

Am 29.07.2016 hat ein Pressegespräch zur Thematik "Starkregen in Deutschland" stattgefunden, bei dem der Verband kommunaler Unternehmen e.V. und die Stadtentwässerungsbetriebe Köln, AöR die Position der kommunalen Abwasserwirtschaft dargelegt haben. Hier werden Sie zu den Beiträgen der geleitet:

Interview Tagesschau 29.07.2016
Tagesschau Beitrag 29.07.2016

Mit dem nachfolgenden Leitfaden und den FAQ Gebäudeschutz möchten wir Ihnen praktische Hinweise geben, welche Schwachstellen es auf Ihrem Grundstück bzw. in Ihrem Haus gegenüber Starkregen geben könnte. Darüber hinaus wollen wir aufzeigen, wie Sie Ihr Objekt wirksam vor Schäden durch die Folgen von Starkregen, Rückstau oder Sickerwasser schützen können.

Video Hochwasserschutz in Köln

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Video zum Thema Gebäudeschutz

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Warum sind Starkregen und Sturzfluten so gefährlich?

Starkregen sind sehr schwer vorherzusagen. Meist dauern sie nur kurz an und betreffen lediglich ein kleines Gebiet. Dennoch kann es dabei zu hohen Schäden kommen. Denn bei einem Starkregen fällt mitunter innerhalb von Minuten oder wenigen Stunden die Niederschlagsmenge eines ganzen durchschnittlichen Monats. Der Boden hat dann nicht genug Zeit, das zusätzliche Wasser aufzunehmen. Noch schlimmer ist die Situation, wenn es vorher eine Zeit lang überhaupt nicht geregnet hat: Statt zu versickern, fließt das Wasser dann großflächig über den harten Boden. Auch die trockenen Grünflächen können es dann nicht aufnehmen. In diesem Fall nimmt das Wasser den Weg des geringsten Widerstands und überflutet tiefer liegende Bereiche.

Als Sturzfluten werden plötzliche Überschwemmungen bezeichnet. Sie werden durch Starkregen, Deichbruch oder einen Erdrutsch ausgelöst. Als Folge brechen riesige Wassermassen plötzlich über ein Gebiet herein.

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Wieso kann das Kanalsystem das zusätzliche Wasser nicht aufnehmen?

Die Kanalsysteme in Deutschland sind für normale Niederschläge gebaut worden. Doch selbst, wenn das Kanalsystem das zusätzliche Wasser aufnehmen könnte, wäre damit nur ein Teil des Problems gelöst. Der zweite Engpass sind die Abflüsse auf den Dächern und Straßen. Bei einem Starkregen werden auch sie überlastet, und das Wasser tritt bereits unkontrolliert aus. Am Kanal kommen diese Wassermengen gar nicht erst an.

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Lebe ich in einem besonders gefährdeten Bereich?

Bestimmte Wohnlagen sind stärker von einer Überschwemmung bedroht als andere. Gefährdet sind vor allem Gebäude an Hängen, in Senken oder in der Nähe von Bächen. Wenn auf Ihr Gebäude solche Kriterien zutreffen, ist es empfehlenswert, Baugrunduntersuchungen durchzuführen. Dabei wird unter anderem geklärt, wie durchlässig der Boden für Wasser ist, und wie hoch das Grundwasser durchschnittlich steht. Auf dieser Basis kann dann die Planung ausreichend dimensionierter Rückstausicherungen erfolgen.

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Von wo kommt das Wasser?

Das Regenwasser kann auf unterschiedlichen Wegen in Gebäude eindringen:

  • Aus dem Kanalsystem
  • Durch oberirdische Überschwemmungen
  • Durch einen unterirdisch steigenden Grundwasserspiegel
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Wie kann ich mich gegen Starkregen absichern?

Zum Schutz von Gebäuden kann eine ganze Reihe von Maßnahmen ergriffen werden. Die bestmögliche Sicherung wird aber durch die Kombination verschiedener Maßnahmen erzielt:

  • Bodensenken auf dem Gelände, die das Wasser auf dem Grundstück verteilen, wo es großflächig versickern kann
  • Bodenschwellen als Barriere bei Gebäuden, die in einer Senke liegen
  • Aufkantungen an Lichtschächten und Kellereingängen
  • Mobile Schutzelemente (Barrieren, Fensterklappen)
  • Horizontale wie vertikale Abdichtungen des Kellers sowie Dränung
  • Bauliche Maßnahmen („Weiße Wanne“)
  • Überprüfung von Rohrdurchführungen
  • Rückstauklappen

Die Wartung der Schutzsysteme muss in regelmäßigen Abständen erfolgen. Es ist empfehlenswert, sich bei der Planung von einem Sachverständigen beraten zu lassen. Die Installation sollte unbedingt von einem Fachbetrieb durchgeführt werden. Bei Fragen rund um das Thema Starkregen können Sie sich gerne an die StEB wenden.