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Kronleuchtersaal

Einen Kronleuchtersaal kennt man eher aus Schlössern und Villen. Doch in Köln gibt es sogar einen in der Kanalisation. Der Kronleuchtersaal am Theodor-Heuss-Ring ist ein einzigartiges Denkmal der Kölner Stadtgeschichte.

Auf den Spuren der Geschichte

Bis heute ist der Kronleuchtersaal ein funktionierender Bestandteil des Kölner Abwassersystems und gleichzeitig historisches Denkmal und weist – auf die Kanalisation bezogen – eines der größten Durchmesserprofile von 3,80 Meter Breite und 4,60 Meter Höhe auf.

Er liegt am Theodor-Heuss-Ring östlich des Ebertplatzes sieben Meter unter der Erde. Im Bauwerk vereinigt sich der nördliche Ringstraßensammler, der die Abwässer aus den Bereichen der Kölner Ringe zusammenführt, mit dem Abfangsammler Cleverstraße in einer komplexen Anlage. Es dient der Entlastung der Kanalisation bei Starkregen.

Als das Vereinigungsbauwerk 1890 fertig gestellt war, sollte es mit einem großen Fest unter Besuch des Kaisers eingeweiht werden. Zu dieser Einweihung wurden zwei Kronleuchter und diverse Wandleuchter montiert und geben dem Raum seitdem seinen Namen: »Kronleuchtersaal« .

Historische Quellen berichten, sie seien ein Geschenk von Kaiser Wilhelm II. an die Stadt Köln gewesen – andere Texte besagen, die Stadt Köln habe die Leuchter zu Ehren des Kaisers gestiftet. Trotz zweier Weltkriege und vieler unruhiger Zeiten blieb der Saal bis heute nahezu unverändert.

Mit seinem vorzüglich glasierten Ziegelmauerwerk stellt er ein bedeutendes und vollständig erhaltenes Zeugnis einer großen Ingenieursplanung des 19. Jahrhunderts in technisch ausgereifter und bautechnisch eleganter Form dar. Seit 2004 wird er als »Bodendenkmal Nr. 464« in der Liste der Bodendenkmäler der Stadt Köln geführt.

Zeitzeuge Kronleuchtersaal

08.09.2021

Ein einzigartiges Denkmal der Kölner Stadtgeschichte, sieben Meter unter der Erde in der Unterwelt am Theodor-Heuss-Ring.

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Konzerte und Führungen im Kronleuchtersaal

Neben seiner historischen Vergangenheit hat der Kronleuchtersaal aber auch eine faszinierende Akustik zu bieten. Deshalb finden hier seit vielen Jahren regelmäßig Klassik- und Jazzkonzerte statt, die sehr stark nachgefragt werden. Und damit man sich ganz auf die Klänge konzentrieren kann, gibt es zur Sicherheit das Pfefferminz-Sträußchen für die Nase gleich dazu. Seit vielen Jahren werden zudem regelmäßig Führungen angeboten, bei denen die Funktionsweise des Kanalsystems sowie die historische Bedeutung des Kronleuchtersaals erläutert werden.

Aufgrund der Coronapandemie finden derzeit keine regulären Veranstaltungen im Kronleuchtersaal statt.

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