Hochwasserstufe 1

Starkregen und Sturzfluten

Starkregenereignisse nehmen zu. Es besteht ein erhöhtes Gefahrenrisiko für Grundstücke und Gebäude. Um künftige Schäden an Ihrem Eigentum zu vermeiden, ist es erforderlich, geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Vieles können Sie selbst tun - zu manchen Vorsorgemaßnahmen sind Sie als Grundstücks- bzw. Hausbesitzer sogar verpflichtet.

Starkregen - was ist das?

Wenn in kurzer Zeit besonders hohe Niederschlagsmengen auftreten, spricht man von Starkregen. Im Gegensatz zu Dauerregen tritt Starkregen meist räumlich begrenzt auf und ist schwer vorherzusagen. In der Folge kann es auch im Kölner Stadtgebiet zu Überflutungen von Straßen und Grundstücken kommen.

Starkregen entsteht vor allem in den warmen Sommermonaten. Je wärmer die Luft ist, desto mehr Feuchtigkeit kann sie aufnehmen. Wenn warme mit kalter Luft kollidiert, kondensiert die Feuchtigkeit und entlädt sich in starken, plötzlichen Regenfällen. Dann kann in wenigen Minuten oder Stunden mitunter so viel Regen fallen wie normalerweise in einem Monat.

Verschärft wird die Situation, wenn es vorher eine Zeit lang überhaupt nicht geregnet hat. Statt zu versickern, fließt das Wasser dann großflächig über den harten, trockenen Boden. Auch die trockenen Grünflächen können es dann nicht aufnehmen. Ein erhöhtes Risiko besteht in besonders dicht besiedelten Stadtteilen mit hoher Bodenversiegelung. Das Wasser folgt dabei immer der Schwerkraft und überflutet somit tiefer liegende Bereiche zuerst.

Starkregen tritt räumlich begrenzt auf – das macht die Vorhersage so schwierig. Während es in einem Stadtteil wie aus Kübeln gießt, kann es in einem Kilometer entfernt trocken bleiben. Zwar lässt es sich prognostizieren, dass das Wetter zu einer bestimmten Tageszeit in einer bestimmten Region zu Unwettern neigt. Wo genau der Starkregen niedergeht, zeigt sich jedoch erst unmittelbar kurz vor dem Regenereignis.

Die kostenlose WarnWetter-App des Deutschen Wetterdienstes zeigt Ihnen regional Wetterwarnungen auf und kann Sie vor Starkregen warnen. Nähere Informationen zum Download erhalten Sie auf der Website des Deutschen Wetterdienstes.

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Bin ich durch Starkregen gefährdet?

Die tatsächliche Gefährdungssituation ist stark von der topographischen Beschaffenheit des betroffenen Gebietes abhängig. Eine große Rolle spielt auch die örtliche Bebauungssituation. Besonders gefährdet sind:

  • Grundstücke am Hang,
  • Grundstücke in Senken,
  • Grundstücke in der Nähe von Bächen, auch wenn diese nur temporär Wasser führen,
  • besonders dicht besiedelte Stadtteile mit hoher Bodenversiegelung,
  • tief liegende Räume in Gebäuden ohne Rückstausicherung,
  • Tiefgaragen, Souterrain- und Kellerräume.

Bereits durch die Betrachtung dieser topographischen und baulichen Begebenheiten können Sie erkennen, ob Ihr Eigentum durch Überflutungen infolge von Starkregen gefährdet ist. Ein weiterer Anhaltspunkt sind Erfahrungen der Nachbarn. Gab es in der Nachbarschaft schon einmal Überflutungen? Falls ja ist dies ein weiterer Anhaltspunkt für eine Überflutungsgefahr. Im Umkehrschluss darf für Gebiete, die noch nie betroffen waren, nicht ausgeschlossen werden, dass dies auch künftig so sein wird.

Ihre individuelle Gefahrenlage

Mit Hilfe unserer Starkregengefahrenkarten können Sie Ihre individuelle Gefahrenlage bei Starkregen & Sturzfluten einschätzen.

Informationen zu den Starkregengefahrenkarten

Weitere Informationen mit praktischen Hinweisen, FAQ´s sowie Checklisten für eine erste Gefährdungsanalyse finden Sie hier:

Service-Telefon

Tel.-Nr. 0221 221-26868

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Welche Schäden können entstehen?

Bei einem Starkregenereignis kann das Wasser auf unterschiedlichen Wegen auf Ihr Grundstück oder in Ihr Gebäude eindringen:

  • Auf der Erdoberfläche abfließendes Regenwasser kann über tiefer oder ebenerdig liegende Gebäudeöffnungen (z.B. Türen, Treppen, Lichtschächte oder Garageneinfahrten) in Ihr Gebäude eindringen.
  • Das Wasser im Kanal steigt an und drückt durch den Hausanschluss in den Keller. Wenn Sie keine Rückstausicherung haben, kommt es zur Überflutung. Achtung: ein Keller ohne Rückstauschutz kann auch bei leichten Regenfällen oder trockenem Wetter überflutet werden.
  • Es kann nach Starkregen oder während lang anhaltender Nässeperioden zu einem Aufstauen von Sickerwasser am Gebäude kommen. Dieses Wasser kann in Ihr Gebäude eindringen oder für feuchte Wände sorgen.
  • Bäche können schlagartig anschwellen und bebaute Gebiete überfluten.

Wussten Sie?

Eigentum verpflichtet, dies gilt auch beim Schutz gegen die Folgen von Starkregen.

Zum Schutz gegen Rückstau aus dem Kanalnetz sind Sie nach der Abwassersatzung der StEB § 5 (6) verpflichtet. Die DIN 1986 Teil 100 regelt den Schutz für Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grundstücke.

Wenn Sie sich nicht gegen dieses Eindringen des Wassers schützen, können unter anderem folgende Schäden auftreten:

  • Überflutung von Souterrainwohnungen, Kellerräumen und Tiefgaragen,
  • Überflutung des Erdgeschosses bei besonders gefährdeten Gebäuden,
  • Überflutung von Gärten und Terrassen,
  • Beschädigung der Gebäudesubstanz,
  • Aufschwimmen von Öltanks und Ölschäden.

Das Thema Überflutungsvorsorge in Köln im Video

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Wie kann ich mein Eigentum schützen?

Sie können Ihr Gebäude gegen eine oberirdische Überflutung z.B. schützen durch:

  • Abschirmung (z.B. Bodensenken im Garten, Bodenschwellen als Barriere, Aufkantungen an Lichtschächten und Kellereingängen),
  • Abdichtungen (mobile Schutzelemente, druckwasserdichte Fenster, Ausführung des Kellers als "Weiße Wanne"),
  • Aufständerung des Gebäudes,

Sie müssen Ihr Gebäude gegen eine unterirdische Überflutung durch Rückstau aus dem Kanalnetz schützen. Darüber hinaus können Sie Vorkehrungen gegen Sickerwasser treffen.

  • 25.04.2017

    Wasser weg vom Gebäude!

    Mit dem Architekten Dr. Peter Kotulla auf "Starkregen-Tour" im Kölner Westen. Meldung lesen

Weitere Beispiele sowie konkretere Erläuterungen zu den Schutzmaßnahmen finden Sie in den folgenden Informationsbroschüren.

Wussten Sie?

Kompetente Fachberatung erhalten Sie auch von Ihrem Installateur und Architekten. Lassen Sie sich genau erklären, wie beispielsweise der Rückstauschutz normgerecht geplant wird. Die Installation sollte unbedingt von einem Fachbetrieb durchgeführt werden. Bitte beachten Sie, dass die Wartung einer Rückstausicherung in regelmäßigen Abständen erfolgen muss.

Sollte Ihr Keller trotzdem überflutet werden, gilt: Schützen Sie sich und Ihr Leben und meiden Sie überflutete Kellerräume. Es besteht Stromschlaggefahr. Türen lassen sich gegen die Fließrichtung des einströmenden Wassers nicht öffnen.

Schwimmen in überschwemmten Straßen sowie das Durchschreiten von überschwemmten Unterführungen sind lebensgefährlich. Durch den Druck im Kanal können Schachtabdeckungen hochgedrückt werden. Entsteht dann ein Sog kann ohne weiteres eine Person angesaugt werden.

Weitere wichtige Verhaltenshinweise und Notfallnummern erhalten Sie hier .

Antworten zu den häufigsten Fragen rund um das Thema Starkregen finden Sie in den FAQ Starkregen .

Prüfen Sie den Abschluss einer Elementarschadenversicherung. Weitere Informationen finden Sie auf den Internetseiten des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen .

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Was tun die StEB Köln zum Schutz gegen Starkregen?

Die StEB Köln tragen bereits heute durch eine kompetente Planung und den gewissenhaften Betrieb des Kölner Kanalnetzes aktiv zum Schutz vor den Folgen von Starkregen bei.

Hierzu zählen unter anderem diese Maßnahmen:

  • Schaffung von Regenrückhalteräumen,
  • regelmäßige Inspektion, Wartung und Instandsetzung der Kanalisation.

Selbst wenn das Kanalsystem das zusätzliche Regenwasser aufnehmen könnte, wäre damit nur ein Teil des Problems gelöst. Der zweite Engpass sind die Abflüsse auf den Dächern und Straßen. Bei einem Starkregen werden auch sie überlastet und das Wasser tritt unkontrolliert aus. Am Kanal kommen diese Wassermengen gar nicht erst an.

Lesen Sie hierzu auch unseren Beitrag auf der Seite "Der Weg des Abwassers" .

Trotz all unserer Bemühungen - einen hundertprozentigen Schutz vor Überflutungen durch Starkregen und andere überflutungsrelevante Ereignisse kann es nicht geben.

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Vor welchen Herausforderungen steht die Stadtraum- und Flächenplanung

Köln wächst. Bei der Erschließung von Neubaugebieten, bei der Umnutzung ehemaliger Hafengebiete und Industriebrachen, aber auch bei der Umgestaltung von öffentlichen Straßen, Plätzen und Grünanlagen gilt es, die Überflutungsvorsorge stärker in die Stadtgestaltung zu integrieren. Die Überflutungsvorsorge bei seltenen und außergewöhnlichen Starkregenereignissen ist dabei eine kommunale Gemeinschaftsaufgabe. Zukünftig soll eine (Teil-)überflutung von Platz-, Grün- und Straßenflächen bei Starkregen in Kauf genommen werden, um Schäden in Gebäuden zu reduzieren. Die Fachleute sprechen von der multifunktionalen Flächennutzung.

Hierzu haben die Fachplaner der Stadt Köln und den StEB Köln gemeinsam den „Leitfaden für eine wassersensible Stadt- und Freiraumgestaltung in Köln“ erarbeitet. Der Leitfaden zeigt auf, mit welchen Ansprüchen sich eine nachhaltige Stadtentwicklung auseinandersetzt und stellt zahlreiche Planungsbeispiele für den Umgang mit Niederschlagswasser aus Starkregenereignissen in unterschiedlich geprägten Stadtgebieten dar.

Mit Hilfe dieser Beispiele können die Themen „Überflutungsvorsorge“ und „Hitzeminderung“ bereits in städtebauliche Qualifizierungsverfahren eingebunden werden und über die verschiedenen Planungsebenen bis zur baulichen Umsetzung berücksichtigt werden. So werden Stadtplaner, Architekten, Ingenieure sowie Landschafts- und Freiraumplaner mit dem Leitfaden frühzeitig in die Lage versetzt, sich mit den fachspezifischen Aspekten der Überflutungsvorsorge zu beschäftigen und Lösungsvorschläge anzubieten.

Der Leitfaden ist ein gelungenes Planungsinstrument, mit dessen Anwendung den Anforderungen einer modernen Stadtplanung sowohl an das Wachstum der Stadt als auch an die Nachhaltigkeit im Sinne eines Umgangs mit den Klimawandelfolgen entsprochen werden kann.