Hochwasserstufe 1

Starkregen und Sturzfluten

Starkregenereignisse nehmen zu. Um künftige Schäden an Ihrem Eigentum zu vermeiden, können Sie bereits vieles selbst tun. Zu manchen Vorsorgemaßnahmen sind Sie als Grundstücks- bzw. Hausbesitzer sogar verpflichtet. Die StEB Köln möchten Sie darüber informieren, was zu beachten ist und wie Sie sich rechtzeitig vorbereiten können.

Starkregen - was ist das?

Als Starkregen werden Unwetter bezeichnet, bei denen in kurzer Zeit sehr hohe Niederschlagsmengen fallen. Häufig treten diese Ereignisse räumlich sehr begrenzt auf und sind daher schwer vorhersagbar.

Wie entsteht Starkregen?

Starkregen tritt vor allem in warmen Sommermonaten auf. Je mehr sich die Luft erwärmt, desto mehr Feuchtigkeit kann sie aufnehmen und es kommt zu Wolkenbildung. Beim Zusammentreffen mit kalter Luft kondensiert die Feuchtigkeit und ergießt sich auf relativ kleinem Raum. Unwetterartige Regenfälle sind die Folge.

Welchen Einfluss hat der Klimawandel?

Beeinflusst durch den Klimawandel und die globale Erwärmung werden die Temperaturen steigen und somit wird die Luft wärmer. Dadurch, dass warme Luft mehr Wasser speichern kann, kommt es demnach auch zu einem größeren Abregnen. Klimaprognosen zeigen, dass die Temperaturen steigen werden und künftig mit einer Zunahme von Starkregenereignissen zu rechnen ist.

Welche Apps warnen mich?

Eine Bandbreite an Apps warnen Sie ortsspezifisch vor Unwetter. Wir empfehlen Ihnen, dass Sie sich eine der folgenden Apps herunter laden. So können Sie die Unwetterwarnung verfolgen, um sich vorbereiten und schützen zu können.

WarnWetter-App vom Deutschen Wetterdienst (DWD)

Warn-App NINA (Notfall-Informations- und Nachrichten-App) des Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK)

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Bin ich durch Starkregen gefährdet?

Potenziell ist jeder durch Starkregen gefährdet, denn Starkregenereignisse können überall auftreten. Je nach örtlicher Topographie ist das Risiko sehr unterschiedlich. Gebäude am Hang oder in Senken sind beispielsweise mehr gefährdet, da die Wassermassen hier abfließen und sich sammeln.

Wie gefährdet Sie tatsächlich sind, hängt nicht nur von der Lage des Gebäudes, sondern auch von Ihrem Gebäude selbst ab. Haben Sie beispielsweise tiefliegende Räume mit Anschluss an die Kanalisation? Betrachten Sie die potentiellen Eindringwege von Wasser in Ihr Haus und erwägen Sie geeignete Objektschutzmaßnahmen.

Ihre individuelle Gefahrenlage

Mit Hilfe unserer Starkregengefahrenkarten können Sie Ihre individuelle Gefahrenlage bei Starkregen & Sturzfluten einschätzen.

Informationen zu den Starkregengefahrenkarten

Broschüren zum Thema und weitere Informationen zur Bewertung Ihrer Gefahrenlage:

Service-Telefon

Tel.-Nr. 0221 221-26868

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Wie kann das Wasser in mein Gebäude eindringen?

Bei einem Starkregenereignis kann das Wasser auf unterschiedlichen Wegen auf Ihr Grundstück oder in Ihr Gebäude eindringen:

  • Auf der Erdoberfläche abfließendes Regenwasser kann über tiefer oder ebenerdig liegende Gebäudeöffnungen (z.B. Türen, Treppen, Lichtschächte oder Garageneinfahrten) in Ihr Gebäude eindringen.
  • Das Wasser im Kanal steigt an und drückt durch den Hausanschluss in den Keller. Wenn Sie keine Rückstausicherung haben, kommt es zur Überflutung. Achtung: ein Keller ohne Rückstauschutz kann auch bei leichten Regenfällen oder trockenem Wetter überflutet werden.
  • Es kann nach Starkregen oder während lang anhaltender Nässeperioden zu einem Aufstauen von Sickerwasser am Gebäude kommen. Dieses Wasser kann in Ihr Gebäude eindringen oder für feuchte Wände sorgen.
  • Bäche können schlagartig anschwellen und bebaute Gebiete überfluten.

Wussten Sie?

Eigentum verpflichtet, dies gilt auch beim Schutz gegen die Folgen von Starkregen.

Zum Schutz gegen Rückstau aus dem Kanalnetz sind Sie nach der Abwassersatzung der StEB § 5 (6) verpflichtet. Die DIN 1986 Teil 100 regelt den Schutz für Entwässerungsanlagen für Gebäude und Grundstücke.

Wir, die StEB Köln, helfen Ihnen aber bei Fragen zu diesen Themen gerne weiter.

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Welche Schäden können entstehen?

Starkregenereignisse treten ohne Vorwarnung ein und können enorme Schäden verursachen. Wenn Sie sich nicht ausreichend gegen das Eindringen des Wassers schützen, möchten wir Sie auf folgende, möglicherewise auftretende Schäden hinweisen:

  • Überflutung von Souterrainwohnungen, Kellerräumen und Tiefgaragen,
  • Überflutung des Erdgeschosses bei besonders gefährdeten Gebäuden,
  • Überflutung von Gärten und Terrassen,
  • Beschädigung der Gebäudesubstanz,
  • Aufschwimmen von Öltanks und Ölschäden.

Das Thema Überflutungsvorsorge in Köln im Video

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Wie kann ich mein Eigentum schützen?

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, wie Sie sich vor Überflutungen schützen können. Überlegen Sie sich, wie und wo Wasser in Ihr Gebäude eindringen könnte.

Schutzstrategien gegen Starkregen:

Abschirmung des Gebäudes

Das Ziel bei der Abschirmung des Gebäudes ist es, das bei Starkregen zufließende Wasser von dem Gebäude und Öffnungen fernzuhalten. Dies kann bei Neuplanungen bereits durch eine entsprechende Standortwahl und eine angepasste Geländegestaltung erreicht werden. Im Bestand sind die Möglichkeiten oft nicht gegeben. Hier kann der Wassereintritt mit Hilfe von Bodenschwellen, Mauern oder Aufkantungen vermieden werden.

Abschirmung des Gebäudes

Abdichtung des Gebäudes

Im Bestand kann die Abdichtung eines Gebäudes einfacher zu realisieren und deutlich kostengünstiger sein als eine aufwändige Geländemodellierung oder nachträgliche Aufkantungen im Außenbereich. Voraussetzungen sind allerdings eine ausreichende Standsicherheit des Gebäudes und eine wasserbeständige Außenhülle. Außerdem müssen die Abdichtungen regelmäßig gewartet werden, um eine einwandfreie Funktion sicherzustellen.

Abdichtung des Gebäudes

„Nasse Vorsorge“

Bei der nassen Vorsorge geht es nicht darum, das Wasser vom Gebäude fernzuhalten, sondern um die Begrenzung von Überflutungsschäden. Es bestehen grundsätzlich zwei Möglichkeiten der nassen Vorsorge: die gezielte Flutung oder die Aufständerung des Gebäudes.

"Nasse Vorsorge"

Schutz vor Überflutung durch Rückstau:

Rückstauverschluss

Wenn im Kanalnetz das Abwasser in die Hausanschlussleitung drückt, schließen die Rückstauklappen selbsttätig. Achtung: Rückstauverschlüsse dürfen nicht bei fäkalienhaltigem Abwasser verwendet werden.

Hebeanlage

Hierbei wird das Wasser durch eine Rückstauschleife gepumpt, um das Prinzip der kommunizierenden Röhren zu unterbrechen. Sie können auch bei fäkalienhaltigem Abwasser eingesetzt werden.

Sicherung einzelner Abflüsse

Bei einem einzelnen Waschbecken kann es ausreichen, wenn ein Siphon mit Kugelverschluss eingebaut wird, der sich bei Druck aus der Kanalisation schließt.

Verzicht auf Abläufe im Keller

Wenn Abläufe selten oder gar nicht genutzt werden, können Sie diese von einem Fachbetrieb abdichten oder entfernen lassen.

Schutz gegen Sickerwasser:

Neubau – Was kann ich tun?

Schwarze Wanne: an der gemauerten Außenseite aller erdberührten Bauteile angebrachte Bitumen- oder Kunststoffbahn, die vom angreifenden Wasser an die Wände oder Sohle gedrückt wird.

Weiße Wanne: Außenwände und Sohle bilden eine geschlossene Wanne aus wasserundurchlässigem Beton.

Bestand – Was kann ich tun?

Sanierung von Rohrdurchführungen: Dringt Stauwasser ausschließlich über Rohrleitungen (Strom, Gas, Wasser, etc.) in das Gebäude ein, sollten Sie diese Stellen freigraben und nachträglich abdichten.

Abdichten von Fehlstellen: An Fehlstellen, z. B. zwischen Fundament und Kellersohle, können Erosionsschäden auftreten, welche die Standsicherheit Ihres Gebäudes gefährden. Solche Bereiche müssen sofort durch Verpressen mittels Injektion abgedichtet werden.

Innentrogabdichtung: Durch diese Methode wird der Wasserdruck, der auf die Dichtungen einwirkt, abgefangen, was eine uneingeschränkte Nutzung des Kellers gewährleistet.

Trotz Schutzvorkehrungen verbleibt immer ein Risiko, dass Ihr Haus oder Ihre Wohnung trotzdem überflutet werden. Um hierfür vorzusorgen, bilden Sie finanzielle Rücklagen oder erwägen Sie den Abschluss einer Elementarschadenversicherung. Weitere Informationen finden Sie auf den Internetseiten des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen.

  • 25.04.2017

    Wasser weg vom Gebäude!

    Mit dem Architekten Dr. Peter Kotulla auf "Starkregen-Tour" im Kölner Westen. Meldung lesen

Weitere Beispiele sowie konkretere Erläuterungen zu den Schutzmaßnahmen finden Sie in den folgenden Broschüren:

Wussten Sie?

Kompetente Fachberatung erhalten Sie auch von Ihrem Installateur und Architekten. Lassen Sie sich genau erklären, wie beispielsweise der Rückstauschutz normgerecht geplant wird. Die Installation sollte unbedingt von einem Fachbetrieb durchgeführt werden. Bitte beachten Sie, dass die Wartung einer Rückstausicherung in regelmäßigen Abständen erfolgen muss.

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Wie verhalte ich mich im Ernstfall?

Kommt es zu einer Überflutung Ihres Eigentums, so beachten Sie bitte die folgenden Regeln. Nur so können Sie sich selbst vor gefährlichen Situationen bewahren und eingetretene Schäden minimieren.

Im Falle einer Überflutung

  • Schalten Sie Strom und Heizungen in gefährdeten Räumen ab. Eine Stromschlaggefahr besteht bereits bei Kondenswasser! Liegt der Stromkasten im überfluteten Raum, betreten Sie diesen nicht, sondern informieren die Feuerwehr.
  • Betreten Sie keine überschwemmten (Keller-)Räume oder Tiefgaragen. Es besteht auch hier Gefahr aus elektrischen Anlagen und Türen lassen sich häufig nicht gegen die Fließrichtung des einströmenden Wassers öffnen.
  • Schwimmen in überschwemmten Straßen sowie das Durchschreiten von überschwemmten Unterführungen sind lebensgefährlich. Durch den Druck im Kanal können Schachtabdeckungen hochgedrückt werden. Dabei entsteht ein Sog, durch den ohne weiteres eine Person angesaugt werden kann.

Nach einer Überflutung

  • Verständigen Sie Ihre Versicherung und lassen Sie die Reparaturen in Abstimmung mit dieser von einem Fachbetrieb durchführen.
  • Trocknen Sie die von der Überflutung betroffenen Bereiche möglichst schnell zur Vermeidung von Bauschäden, Schimmel und Schädlingsbefall.
  • Lassen Sie Schäden am Gebäude (insbesondere an der Statik), an Heizöltanks, an Elektroverteilern und Gasheizungen von Fachleuten prüfen.

Weitere wichtige Verhaltenshinweise und Notfallnummern erhalten Sie hier. (PDF)

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Was machen die StEB Köln zum Schutz gegen Starkregen?

Die StEB Köln tragen bereits heute durch eine kompetente Planung und den gewissenhaften Betrieb des Kölner Kanalnetzes aktiv zum Schutz vor den Folgen von Starkregen bei.

Hierzu zählen unter anderem diese Maßnahmen:

  • Schaffung von Regenrückhalteräumen,
  • regelmäßige Inspektion, Wartung und Instandsetzung der Kanalisation.

Selbst wenn das Kanalsystem das zusätzliche Regenwasser aufnehmen könnte, wäre damit nur ein Teil des Problems gelöst. Der zweite Engpass sind die Abflüsse auf den Dächern und Straßen. Bei einem Starkregen werden auch sie überlastet und das Wasser tritt unkontrolliert aus. Am Kanal kommen diese Wassermengen gar nicht erst an.

Lesen Sie hierzu auch unseren Beitrag auf der Seite "Der Weg des Abwassers" .

Trotz all unserer Bemühungen - einen hundertprozentigen Schutz vor Überflutungen durch Starkregen und andere überflutungsrelevante Ereignisse kann es nicht geben.

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Was machen die StEB Köln im Bereich Starkregenvorsorge?

Die StEB Köln und die Stadt Köln haben in den letzten Jahren viel im Bereich der Starkregenvorsorge getan. Die Starkregenvorsorge wird in Köln bei der Planung von neuen Baugebieten und der Einreichung von Bauanträgen berücksichtigt. So werden die Fließwege von Wasser sinnvoll geplant und die Gefährdung von Gebäuden wird minimiert. Grundlage hierfür bilden die Starkregengefahrenkarten .

Der Leitfaden für eine wassersensible Stadt- und Freiraumgestaltung in Köln (PDF) wurde von den Fachplanern der Stadt Köln und den StEB Köln gemeinsam erarbeitet. Er zeigt Standards der Starkregenvorsorge auf, die bei der Planung von neuen Baugebieten berücksichtigt werden.

In dem Forschungsprojekt "MURIEL: Multifunktionale urbane Retentionsräume - von der Idee zur Realisierung" ist eine Arbeitshilfe entstanden. Die gezielte Gestaltung und Nutzung urbaner Freiflächen als temporärer Rückhalteraum stellt einen möglichen Baustein der kommunalen Überflutungsvorsorge dar. Wie solche sogenannten multifunktionalen urbanen Rückhalteräume realsisiert werden können und was bei der Konzeption und Gestaltung zu beachten gilt, fasst die Arbeitshilfe zusammen.